Steuer bei Unternehmern

Steuern für Unternehmer

Gewerbesteuer

Für diesen so genannten “Gewerbeertrag” gilt für Einzelkaufleute und Personengesellschaften ein Freibetrag von 24.500 Euro. Der Gewerbeertrag wird nicht um einen fiktiven Unternehmerlohn gekürzt. Der Freibetrag gilt jedoch nicht für Kapitalgesellschaften wie GmbHs. Bei diesen mindert das Gehalt des Gesellschafter-Geschäftsführers den Gewerbeertrag.

Die Gewerbesteuer ist bis 2007 eine Betriebsausgabe und mindert damit wieder den Gewinn. Ab dem Jahr 2008 mindert die Gewerbesteuer den Gewinn nicht mehr.

Die Höhe der Gewerbesteuer hängt vom Hebesatz, den jede Gemeinde für ihr Gebiet festlegt, und der Gewerbesteuermesszahl ab. Diese beträgt bei Kapitalgesellschaften und natürlichen Personen immer 3,5 Prozent.
Natürliche Personen können nach den einkommensteuerlichen Vorschriften eine fiktive Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer anrechnen. Bis zu einem Hebesatz von 380 Prozent kommt es zu einer völligen Entlastung.

Körperschaftsteuer

Juristische Personen wie die GmbH bezahlen Körperschaftssteuer. Die Gewinnermittlung erfolgt in diesem Fall auf Grundlage doppelter Buchführung: Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung. Rechtsbasis sind die einkommensteuerlichen Vorschriften über Betriebseinnahmen und -ausgaben und die handelsrechtlichen Vorschriften. Für einbehaltene Gewinne beträgt der Steuersatz 15 Prozent. Ausschüttungen unterliegen der Abgeltungssteuer.

Vom Gehalt des Gesellschafter-Geschäftsführers wird Lohnsteuer einbehalten. Dieses Gehalt ist zusammen mit möglicherweise vorgenommenen Gewinnausschüttungen in der privaten Steuererklärung des Gesellschafters zu erfassen. Die Lohnsteuer wird auf die private Einkommensteuer angerechnet.

Sollte die GmbH Verluste erzielen, können diese ein Jahr zurückgetragen oder vorgetragen werden. Sie können nicht mit positiven Einkünften der Gesellschafter verrechnet werden.

Wahl der für einen selbst aus steuerlichen Gesichtspunkten günstigsten Rechtsform:

Welche Rechtsform im Einzelfall am günstigsten ist, hängt von vielen Faktoren wie z.B. der Höhe des Unternehmerlohns, spätere Aufnahme von Gesellschaftern, etc. ab. Die ideale Rechtsform kann daher nur in einer persönlichen Beratung ermittelt werden. Hierzu kann auch eine auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Vergleichsrechnung durch uns erstellt werden.

Umsatzsteuer

Grundsätzlich muss für jede Warenlieferung und jede Dienstleistung Umsatzsteuer bezahlt werden. Ausgenommen sind z. B. Lieferungen an Unternehmer im Ausland. Der Katalog der Ausnahmen ist umfangreich und komplex. Im Rahmen der Erstellung der Buchhaltung wird von uns die Umsatzsteuerpflicht immer mit geprüft. Der Umsatzsteuerregelsatz beträgt 19 Prozent. Ein ermäßigter Steuersatz von 7 Prozent gilt für fast alle Lebensmittel, Bücher, Broschüren und einige andere Waren. Bei Lieferungen und Leistungen an den Endverbraucher muss die Steuer im Rechnungsbetrag enthalten sein. Bei einem Rechnungsbetrag von mehr als 150 Euro kann der Empfänger verlangen, dass diese Steuer gesondert ausgewiesen wird. Bei der Rechnungsstellung sind besondere Formvorschriften einzuhalten. Hierzu finden Sie im Formularcenter entsprechende Hinweise.

Umsatzsteuer, die andere Unternehmen in Rechnung stellen, kann der Erwerber im Rahmen seines Unternehmens als Vorsteuer von der eigenen Umsatzsteuerschuld abziehen.

Hierzu ein Beispiel: Martin Müller hat mit seinem Einzelhandelsgeschäft im Monat Juni einen Umsatz von 5.113 Euro erzielt. Dafür hat Müller seinen Kunden 19 Prozent Umsatzsteuer in Rechnung gestellt: Dies entspricht 971,47 Euro. Müllers Lieferanten haben in ihren Rechnungen für diesen Monat 358 Euro ausgewiesen. Daraus ergibt sich für Müller folgende Rechnung: 971,47 Euro minus 358 Euro macht 511,47 Euro Umsatzsteuer, die er dem zuständigen Finanzamt überweisen muss.

Die Umsatzsteuervoranmeldung ist auf dem entsprechenden Formular bis spätestens am 10. des folgenden Kalendermonats beim Finanzamt einzureichen. Bei Betrieben, deren Umsatzsteuerschuld im Vorjahr die Summe von 7.500,00Euro nicht überstieg, genügt eine Voranmeldung bis zum 10. Tag nach Ablauf des Quartals. Der Unternehmer muss dabei “seine” Umsatzsteuer für den entsprechenden Abrechnungszeitraum selbst berechnen und spätestens bis zu dem letzten Abgabetag an das Finanzamt überweisen. Existenzgründer müssen im Jahr nach der Gründung und im folgenden Kalenderjahr die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abgeben. Das hat den Vorteil, dass Vorsteuerbeträge eventuell nach Hinterlegung einer Sicherheitsleistung schneller ausgezahlt werden.

Zur Berechnung der Umsatzsteuer muss der Selbständige Folgendes aufzeichnen:

Alle Einnahmen, die der Betrieb für Produkte und sonstige Leistungen erzielt hat, bei diesen Entgelten ist zwischen verschiedenen Steuersätzen sowie nach steuerfreien und steuerpflichtigen Umsätzen zu unterscheiden.
Alle Zahlungen an andere Unternehmen für gelieferte Waren, Produkte und Dienstleistungen sowie die darauf entfallende Vorsteuer.
Ausnahme: Kleinunternehmer nach § 19 UStG

Lediglich kleine Unternehmen müssen keine Umsatzsteuer bezahlen. Die Grenzen liegen hier bei einem Vorjahresumsatz von unter 17.500 Euro und einem voraussichtlichen Umsatz von unter 50.000 Euro im laufenden Jahr. Bei Betriebseröffnung muss im laufenden Jahr der Umsatz voraussichtlich unter 17.500 Euro und im Folgejahr voraussichtlich unter 50.000 Euro liegen. Umsatz ist dabei der Erlös inkl. Mehrwertsteuer. Der Unternehmensgründer kann die Regelbesteuerung (oben) oder die Besteuerung als Kleinunternehmer wählen. Sollte der Unternehmer keine Wahl gegenüber dem Finanzamt treffen, ist er automatisch Kleinunternehmer. In der Steuerveranlagung setzt das Finanzamt den Kleinunternehmer den Privatpersonen gleich bezahlt er keine Umsatzsteuer, kann er weder die Mehrwertsteuer gesondert ausweisen noch anderen Betrieben Vorsteuer vermitteln. Und der Kleinbetrieb erhält auch keine Vorsteuererstattung vom Finanzamt.

Der Verzicht auf die Umsatzsteuerfreistellung nach § 19 UStG bindet den Unternehmer für mindestens fünf Jahre. Sie kann nur mit Wirkung vom Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden.

Beispiel:

Frau Huber eröffnet am 01.08.2013 ihr Unternehmen. Geschätzter Umsatz 2013 Euro 6.000 und im Jahr 2014 Euro 30.000. Ist Frau Huber Kleinunternehmerin?

Antwort:

Erfolgt die Betriebseröffnung während des Jahres wird die Umsatzgrenze zeitanteilig herangezogen. Im Fall damit für 5 Monate Euro 7.292 (5/12 von 17.500) Damit ist Frau Huber Kleinunternehmerin (Umsatz im aktuellen Jahr und im Folgejahr unter den Grenzen).

Sollte Frau Huber, anders als erwartet im Jahr 2013 einen Umsatz von tatsächlich Euro 8.000 erzielt haben, ist sie trotzdem Kleinunternehmerin.

Abwandlung:
Frau Huber hat im Jahr 2013 einen Umsatz von Euro 8.000 erzielt und im Jahr 2014 erwartet sie einen Umsatz von Euro 40.000. Ergebnis: Frau Huber unterliegt der Regelbesteuerung, da der Vorjahresumsatz umgerechnet auf das ganze Jahr Euro 19.200 betragen hat.
Frau Huber hat im Jahr 2013 einen Umsatz von Euro 6.000 erzielt und erwartet im Jahr 2014 einen Umsatz von Euro 60.000. Ergebnis: Frau Huber unterliegt der Regelbesteuerung, da der voraussichtliche Jahresumsatz 2014 mehr als Euro 50.000 beträgt.
Frau Huber hat im Jahr 2013 einen Umsatz von Euro 6.000 erzielt und erwartet im Jahr 2014 einen Umsatz von Euro 40.000.
Ergebnis: Frau Huber ist noch Kleinunternehmerin.

Frau Huber verzichtet ab dem 01.01.2013 auf die Regelungen nach § 19 UStG für Kleinunternehmer. Sie muss kann damit frühestens ab dem Jahr 2018 wieder die Regelungen für die Kleinunternehmer in Anspruch nehmen.

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